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„Stellt Euch den Diskussionen!“ – Ein Sieger der ersten Stunde gibt Tipps

Mittwoch, 01. April 2009
Immo Landwerth gewann mit seinem Team "Interprise" im Jahr 2000

Immo Landwerth gewann mit seinem Team "Interprise" im Jahr 2000

Immo Landwerth war ein Sieger der ersten Stunde: Mit seinem Team „Interprise“ hat er im Jahr 2000 beim Deutschen Gründerpreis für Schüler gewonnen. Mittlerweile studiert der 27-Jährige an der Technischen Universität München Diplom-Informatik und arbeitet nebenbei bei einer Software Firma.

Immo, wenn Du an den Wettbewerb zurückdenkst – was fällt Dir als Erstes ein?
An unsere Siegerehrung in Hamburg mit Miriam Pielhau. Mein Team und ich hatten vor Ort eine ganze Menge Spaß.

Wieso hast Du am Deutschen Gründerpreis für Schüler teilgenommen?
Ich arbeite seit meinem 16. Lebensjahr als Software-Entwickler. Die Programmierung hat mich aber bereits interessiert, seit ich mit elf Jahren meinen ersten Computer geschenkt bekommen habe. Als Programmierer angestellt zu sein, war das Beste, was ich mir seiner Zeit vorstellen konnte. Von mir stammt auch der in meinem Freundeskreis berüchtigte Satz „Wozu Abi, ich hab doch schon nen Job!“. Bedingt durch die ganzen Erfolgsgeschichten aus dem IT-Bereich hat mich die Selbstständigkeit aber doch auch immer irgendwie fasziniert. Ich nehme an, diese Faszination – plus ein Quäntchen Neugier – haben letztlich dazu geführt bei diesem Wettbewerb teilzunehmen.

Was war Eure Geschäftsidee?
Um das Jahr 2000 boomte das Konzept der Talkshows. Neue Sendungen schossen wie Pilze aus dem Boden. Daraus entwickelten wird die Idee eines Ticketverkaufs für Talkshows. Das Besondere dabei war, dass wir unter Tickets nicht nur Zuschauertickets verstanden („Tickets vom Fernsehen“), sondern eben auch Plätze als Gäste in der Show („Tickets fürs Fernsehen“). Dadurch entstand ein rundes Geschäftsmodell für unser Unternehmen „Interprise“, bestehend aus den beiden Produkten „Interticket“ und „Intercast“. Beide sollten online über unsere Webseite bestellbar sein.

Im Rückblick verklärt man gerne auch mal Erlebnisse. Fällt Dir noch eine Situation ein, in der es absolut nicht rund gelaufen ist?
Um ehrlich zu sein habe ich mir für unser Team am Anfang keine besonders hohen Erfolgschancen ausgerechnet. Ein Teil von uns war skeptisch, ob die Idee an sich überhaupt funktionieren könnte. Daher gab es fast den gesamten Wettbewerb hindurch heftige Diskussionen zu diesem Thema. Viele Besprechungen, wie denn eine bestimmte Aufgabe zu lösen sei, endeten mit der Fragestellung, ob die Geschäftsidee an sich überhaupt realistisch sei. Nach einem Gespräch mit einem potenziellen Konkurrenten und zwei Mitarbeitern von Endemol hat sich jedoch herauskristallisiert, dass unsere Idee durchaus Potenzial hat. Dieses Gespräch räumte viele Zweifel aus, aber es wurden auch ein paar neue geschaffen. Auf jeden Fall hat es bei mir jedoch den Eindruck hinterlassen, dass wir auch schwierige Probleme lösen können. Das gab mir deutlich mehr Vertrauen zu unserer Idee – vor allem aber zu unserem Team.

So sehen Sieger aus: Das Team "Interprise" aus dem Jahr 2000

So sehen Sieger aus: Das Team "Interprise" aus dem Jahr 2000

Auch die aktuellen Teilnehmer dürften solche Erlebnisse haben. Was rätst Du ihnen?
Auf keinen Fall mit Zweifeln hinter dem Berg halten. Wenn man skeptisch ist, ob etwas funktionieren kann, sollte man im Team darüber sprechen. Der ganze Wettbewerb dient genau einem Zweck: Finde einen Weg, aus einer schwammigen Idee einen konkreten Businessplan zu erstellen. Dabei geht es vor allem um Überzeugungsarbeit. Zunächst einmal muss man sich selbst überzeugen, im Laufe der Zeit aber noch viele andere Personen, wie zum Beispiel potenzielle Mitarbeiter, Partner, Risikokapitalgeber und im Wettbewerb natürlich vor allem die Jury. Es ist also nicht unwahrscheinlich, dass die kritischen Fragen der Teamkollegen auch von Außenstehenden gestellt werden. Darüber zu sprechen und gemeinsam Antworten für die Probleme zu finden und zu entwickeln, ist meiner Meinung nach die beste Vorbereitung für solche Verhandlungen. Das Gegenteil triff natürlich genauso zu: Wenn das Team intern schon nicht mit kritischen Fragen umgehen kann, wird es auf lange Sicht keinen Erfolg haben. Außerdem hat schon Goethe gesagt: „Was nicht umstritten ist, ist auch nicht sonderlich interessant“. Daher mein Rat: Stellt Euch den Diskussionen!

Du studierst an der Technischen Universität München und arbeitest nebenher als Software Engineer. Wolltest Du das schon immer machen?
Nach meinem Abitur habe ich meinen Wehrdienst geleistet. Danach bin ich nach München gezogen, um dort an der Technischen Universität Diplominformatik zu studieren. Seit 2004 arbeite ich neben meinem Studium als Software Engineer bei einer kleinen, aber weltweit operierenden Softwarefirma, die sich auf Microsoft Project und SAP Integration spezialisiert hat. Darüber hinaus bin ich Microsoft Expert Student Partner, in dessen Rolle ich Fachvorträge und Workshops über Microsoft Technologien vor interessierten Studenten halte. Da ich bereits während meiner Schulzeit als Programmierer gearbeitet habe, komme ich trotz meines Alters somit auf bereits über elf Jahre Berufserfahrung.

Und wie geht es weiter?
Eventuell werde ich 2010 in die Vereinigten Staaten ziehen, um dort für Microsoft zu arbeiten. Aber das steht noch in den Sternen. Zunächst einmal werde ich im Herbst diesen Jahres ein dreimonatiges Praktikum bei Microsoft in den USA absolvieren und danach meine Diplomarbeit schreiben. Es wäre sicherlich übertrieben zu behaupten, dass ich mich seit jeher als Software Entwickler „berufen“ gefühlt habe. Aber ich fand das Berufsfeld eben recht früh sehr interessant.

Was hast Du beim Deutschen Gründerpreis für Schüler gelernt, was Dir immer noch nützt?
Diese Frage ist sehr schwer zu beantworten. Wäre ich heute ein anderer Mensch? Hätte ich manche Entscheidungen anders gefällt? Möglicherweise ja, möglicherweise nein. Der Wettbewerb hat auf jeden Fall viel Spaß gemacht und einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Wenn ich aber etwas Konkretes benennen müsste, wäre es die Erkenntnis, dass Uneinigkeit im Team nicht zwingend schädlich ist. Ganz im Gegenteil: Sie kann sehr förderlich sein. Aber natürlich nur, wenn man sie über ausführliche und ehrlich geführte Diskussionen adressiert.

Hast Du noch Kontakt zu den anderen Teammitgliedern?
Da ich nach meinem Abitur nach München gezogen bin, ist der Kontakt ziemlich eingeschlafen. Natürlich gibt es hin und wieder Kontakt über E-Mail, aber dennoch habe ich den Großteil des Teams seit etlichen Jahren nicht mehr gesehen.

Du wirst auch bei der Bundessiegerehrung dabei sein. Worauf freust Du Dich da am meisten?
Auf das Treffen mit meinen Teamkollegen. Wir haben uns schon geeinigt, dass wir in dem gleichen Lokal anstoßen werden, in dem wir schon damals nach der Siegerehrung im Jahr 2000 gefeiert haben. Das wird ein echter Spaß!

Ihr könnt noch ein paar gute Tipps von Immo Landwerth gebrauchen? Dann nix wie ran an die Kommentarfunktion und her mit euren Fragen.

Die Wiederholungstäter aus Minden-Lübbecke

Samstag, 21. März 2009

Romina Pollack (links) und Anne Paulsen (rechts)

Minden-Lübbecke – ganz im Norden von Nordrhein-Westfalen gelegen – ist ein besonderer Landkreis: Denn in wenigen Gegenden Deutschlands ist die Gründerpreis-Begeisterung so groß wie hier. In diesem Jahr machen dort in 31 Teams insgesamt 127 Schüler mit. Alleine an der Kurt-Tucholsky-Gesamtschule in Minden sind 16 Teams dabei – und alle werden von einem Lehrer betreut: Ingmar Münther.

Romina Pollack und Anne Paulsen haben schon mehrmals beim Deutschen Gründerpreis für Schüler mitgemacht. Dieses Mal sind die beiden 19-Jährigen mit ihrem Unternehmen SUE Electronics GmbH & Co. KG am Start. Die Idee dahinter: ein TFA-Infrarot-Sensor mit Kleintiererkennung, der passive Stromverbraucher im Raum erkennt und automatisch ausschaltet – also beispielsweise den Fernseher im StandBy-Modus. „Das Besondere daran ist die komplexe Zusammenstellung unserer Produkte in Verbindung mit individueller Dienstleistung“, erklärt Romina, „unser Ziel ist es, den unnötigen Stromverbrauch zu reduzieren und somit die Umwelt und die Geldbörsen unserer Kunden zu schonen.“

Die beiden haben lange überlegt, ob sie nochmals mitmachen sollen. Denn sie stecken mitten in der Prüfungsphase. „Da wir aber beim letzten Mal so knapp am Ziel vorbei gelaufen sind, wollen wir die Chance, es noch einmal besser zu machen, nicht verpassen“, so Romina. Aus den bisherigen Teilnahmen habe man sehr viel mitgenommen.

Über ihren Betreuer sind beide voll des Lobes: „Er hat uns immer geholfen und sich Zeit genommen, alles ganz genau mit uns zu besprechen.“ Und wenn es mal einen Durchhänger gegeben habe, sei Herr Münther immer sehr motivierend gewesen. Aber es gibt auch noch andere Unterstützung: Frank Rehorst von der Sparkasse Minden-Lübbecke. „Es gab Tage, da sind wir in seinem Büro ein- und ausgegangen“, erinnern sich Romina und Anne. „So manches Mal hatte er bestimmt Wichtigeres zu tun gehabt, aber Herr Rehorst hat sich immer Zeit genommen, uns zugehört und versucht, uns bei Problemen zu helfen!“
Wir hoffen natürlich, dass alle 1217 Teams auf so tolle Unterstützung zählen können!

Mein Freund, der Kühlschrank

Donnerstag, 19. März 2009
Das Team von KÜHLI electronics

Das Team von KÜHLI electronics

In Zukunft wollen wir euch hier im Blog auch einige Teams und ihre Unternehmens-Ideen vorstellen. Wenn ihr selber dabei sein wollt, commentet einfach und wir werden euch kontaktieren. Den Anfang macht heute die: KÜHLI electronics aus Niedersachsen.

Kühlschränke sind eine praktische Erfindung. Vor allem, wenn sie gut gefüllt sind. Wenn man aber das Einkaufen vergessen hat, ist das ziemlich schlecht. Und wohl jeder hat schon mal den Kühlschrank geöffnet und dann gemerkt, dass das Objekt seiner Begierde aus ist: der Lieblingsjoghurt, die Milch für den Kakao, die Marmelade. Und meistens sind gerade dann alle Läden zu.

Sechs Mädels aus Niedersachsen wollen da nun Abhilfe schaffen: Rebecca, Laura, Katharina, Marlena, Melanie und Kim Svenja besuchen den Wirtschaftszweig des Fachgymnasiums Nienburg BBS. Die 17- und 18-Jährigen machten sich im Rahmen eines Kursprojekts Gedanken über ihre Projektidee: ein Kühlschrank, der einem sagt, wie viel von einem Produkt noch da ist, und was gekauft werden muss.

„Wir wollten etwas machen, das alltagstauglich ist“, erklärt Teamleiterin Rebecca. Deshalb habe sich ihre Firma KÜHLI electronics zur Aufgabe gemacht, ein System für Kühlschränke zu entwickeln, welches alle Ein- und Ausgänge erfasst und so eine schnelle Bestandsaufnahme ermöglicht. „Auch wenn die ganze Sache ziemlich aufwändig ist und wir unsere Freizeit opfern müssen, macht es doch sehr viel Spaß“, berichtet Rebecca. Die große Frage bei dem Projekt ist natürlich, wie die technischen Möglichkeiten sind, das Ganze umzusetzen. Wir sind schon sehr gespannt! Und würden uns natürlich auch als Tester anbieten. Denn das Problem des leeren Kühlschranks kennen wir nur all zu gut… :)