Archiv für Februar 2010

„Was für uns im Rückblick am meisten zählt, ist die Arbeit im Team“

Freitag, 12. Februar 2010

Vor einem Jahr wusste noch keiner der fünf Jungs aus Hessen, was sie beim Deutschen Gründerpreis für Schüler alles erwarten würde: Als Bundessieger ausgezeichnet, ging es nach Berlin und dann ins Future Camp – eine Zeit mit unvergesslichen Höhepunkten und viel Medienrummel.

Ihr habt letztes Jahr beim Deutschen Gründerpreis für Schüler teilgenommen und die Jury mit eurem Geschäftskonzept zum Thema Zahnprophylaxe überzeugt. Was war das für ein Gefühl, aus über 1.200 Teams bundesweit als Sieger hervorzugehen?

DentaCare: „Als wir zur Siegerehrung nach Hamburg gefahren sind, waren wir zwar davon überzeugt, dass wir sehr gute Arbeit geleistet hatten, aber dass es bei bundesweit 1.217 Teams ganz bestimmt nicht fürs Siegertreppchen reichen würde. Persönlich war es für uns an dieser Stelle schon mal ein Riesenerfolg, es bis unter die zehn besten Teams geschafft zu haben. Dass wir dann noch gewannen, war echt genial und hat uns unglaublich gefreut.“

Nach eurem Sieg war das Interesse der Medien groß. Auch das ZDF hat einen Fernsehbeitrag über euch für die Sendung WISO gedreht. Wie habt ihr den Medienrummel empfunden?

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So freut sich das Team DentaCare bei der Bekanntgabe des 1. Platzes bei der Bundessiegerehrung in Hamburg

DentaCare: „Wir waren natürlich ziemlich stolz, nicht nur weil wir es mit unserer Idee ins Fernsehen geschafft haben, sondern weil die Medienpräsenz an unserer Schule eine tolle Sache war. Schlussendlich hat der Dreh mit dem ZDF viel Spaß gemacht und es war ein tolles Gefühl, den gelungenen Fernsehbeitrag bei der Preisverleihung des Deutschen Gründerpreises in Berlin zu sehen.“

Werdet ihr eure Geschäftsidee weiter verfolgen und somit die erste elektrische Zahnbürste, die Krankheiten im Mundraum frühzeitig erkennt, in die Realität umsetzen?

DentaCare: „Bei der Preisverleihung in Berlin haben wir tatsächlich einige Interessenten kennen gelernt und auch Angebote für eine mögliche Umsetzung bekommen. Die Hilfe für einen ersten Schritt in Richtung „realer Umsetzung“ wäre also durchaus gegeben; aber es müsste zuerst einmal viel Kapital und Zeit in die Entwicklung eines solchen High-Tech-Produktes fließen. Da im Moment jedes Mitglied unseres Teams noch mit dem erfolgreichen Abschluss seines Abiturs zu tun hat und die meisten von uns auch schon weiterführende Pläne für ein Studium haben, werden wir die Idee erstmal noch im Hinterkopf behalten.“

Wie habt ihr die Teilnahme am Deutschen Gründerpreis für Schüler rückblickend empfunden und was hat sie euch gebracht? Wisst ihr schon, was ihr nach der Schule machen wollt?

DentaCare: „Die Teilnahme war in jeder Hinsicht ein Highlight für uns, die wir von Anfang an bis hin zum Future Camp als ‚Abschlussveranstaltung’ genossen haben. Natürlich erhält man im Laufe der einzelnen Runden und wachsenden Aufgaben einen immer besseren Einblick in die Unternehmensstrukturen und –abläufe. Was für uns aber im Rückblick wahrscheinlich am meisten zählt, ist die Arbeit im Team. Besonders jetzt, gegen Schulende, wenn sich langsam abzeichnet, dass sich unsere Wege in sehr unterschiedliche Richtungen entwickeln (von Kunst, Musik über Natur- und Ingenieurswissenschaften bis hin zur Wirtschaft),  erkennen wir, dass gerade durch die heterogene Zusammensetzung unseres Teams unsere Arbeit gut geklappt hat.“

Warum sollte man eurer Meinung nach beim Deutschen Gründerpreis für Schüler mitmachen?

DentaCare: „Es ist definitiv eine Erfahrung, die man nicht verpassen sollte. Auch wenn manchmal kein Interesse an einzelnen wirtschaftlichen Aspekten / Themen besteht, bietet der Deutsche Gründerpreis für Schüler mindestens genauso viele andere (z.B. kreative) Facetten, an denen man selber und im Team wächst.“

Was wünscht ihr den Teilnehmern der aktuellen Spielrunde? Habt ihr vielleicht ein paar „geheime“ Tipps, die ihr weitergeben wollt?

DentaCare: „Der einzige Tipp, den wir mit gutem Gewissen weitergeben können ist, dass die meisten Sackgassen, die sich während der Arbeit im Team auftun, gar keine sind. Mit ein bisschen Kreativität kann man sicherlich aus (fast) allen unscheinbaren und langweiligen Dingen etwas hervorbringen, das andere begeistert.“

„Man sollte lieben, was man tut“ – Interview mit André Vollbracht (30), Inhaber des Internet Start-up’s „Venture TV“, zum Thema erfolgreiche Existenzgründung

Dienstag, 09. Februar 2010

Im Oktober 2009 gründete André Vollbracht das Start-up Venture TV. Das „Internet-TV für Gründer und junge Unternehmer“ stellt erfolgreiche Gründer aus Deutschland und der Welt vor und fragt sie nach ihren persönlichen Geheimnissen des Erfolgs und nach Tipps für junge Gründer. Neben erfolgreichen Gründern kommen in der Kategorie Start-up Report auch junge Unternehmen zu Wort, die gerade mitten in der Unternehmensgründung stecken und aus ihrem Alltag erzählen. Wir haben André Vollbracht zum Thema Venture TV befragt.

Seit vier Monaten sind Sie selbstständiger Gründer eines Start-up Unternehmens. Was macht Ihrer Meinung nach einen erfolgreichen Unternehmer aus?

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André Vollbracht, erfolgreicher Gründer von VentureTV.de

André Vollbracht: „Gute Frage! Bei Venture TV versuchen wir nämlich genau das herauszufinden. Wir interviewen bei Venture TV deutsche und international erfolgreiche Unternehmer und fragen sie nach ihren Erfolgsgeheimnissen sowie nach Tipps für junge Gründer. Je mehr Interviews ich führe, desto mehr finde ich allerdings heraus, dass es kein einheitliches Rezept für den Erfolg gibt. Dennoch gibt es einige wichtige Merkmale, die immer wieder auffallen. Dazu gehört zunächst einmal die Fähigkeit, das richtige Timing für eine Idee zu finden. Die beste Idee und die cleverste Erfindung können scheitern, wenn der Markt dafür noch nicht reif ist. Außerdem ist Beharrlichkeit eine wichtige Eigenschaft erfolgreicher Unternehmer. Man sollte sich nicht entmutigen lassen. Gerade die wirklich revolutionären Ideen sind es, die am Anfang besonders viele Kritiker haben. Da muss man durch! Und damit das mit der Beharrlichkeit klappt, sollte man ganz einfach sein Unternehmen und das, was man tut, lieben. Dann ist es auch in schwierigen Zeiten nicht schwer, trotzdem bei der Sache zu bleiben und nicht gleich das Handtuch zu werfen. Viele erfolgreiche Unternehmen sind aus der Leidenschaft des Gründers für eine Idee entstanden. Wer nur gründet, um damit möglichst schnell viel Geld zu verdienen, erlebt damit oft eine Bruchlandung. Denn: Wie soll ich eine Idee oder ein Produkt erfolgreich verkaufen, an dem noch nicht einmal ich selbst richtig Spaß habe? Das wird schwer!“

Wie kann man sich Ihre Tätigkeit bei Venture TV vorstellen? Was gehört alles zu Ihrem Aufgabengebiet?

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Interview mit Jack Dorsey, Gründer von Twitter

André Vollbracht: „Das Aufgabengebiet ist sehr vielseitig und gerade das macht die Arbeit besonders interessant. Ich habe das Vergnügen, fast täglich spannende und sehr inspirierende Menschen zu treffen und das zu fragen, was ich schon immer einmal von ihnen wissen wollte. Das macht wirklich Spaß, vor allem weil ich ein sehr neugieriger Mensch bin und gern den Dingen auf den Grund gehe. Außerdem müssen wir die Beiträge dann natürlich noch schneiden, bearbeiten und online stellen. Im Moment bin ich auf der Suche nach Sponsoren für Venture TV, denn irgendwie müssen ja auch wir Geld verdienen. Für unsere Zuschauer wollen wir absolut kostenfrei bleiben, damit jeder die Interviews sehen und daraus lernen kann.“

Nach dem Abitur haben Sie ein BWL-Studium absolviert. Hatten Sie bereits zu Beginn des Studiums den Wunsch, in die Selbstständigkeit zu gehen?

André Vollbracht: „Dass ich mich selbstständig machen würde, war mir tatsächlich schon immer klar. Wahrscheinlich hat meine familiäre Prägung viel damit zu tun. Meine Eltern, Großeltern und sogar Urgroßeltern waren schon selbstständig. Da bekommt man die Aufgaben eines selbstständigen Unternehmers tagtäglich mit und wächst in die Selbstständigkeit sozusagen automatisch hinein. Man sieht, dass man auch ab und zu mal sonntags und spät abends arbeiten muss, sich dafür aber auch seine gesamte Zeit freier einteilen kann als ein Angestellter. Das Beste an der Selbstständigkeit ist, dass man für sich selbst arbeitet und die Früchte seiner Arbeit auch selbst ernten kann. Das motiviert mich sehr, ist aber auch immer wieder eine Herausforderung – schließlich muss man auch für seine Fehler geradestehen und manchmal schwierige Zeiten ohne ein sicheres Einkommen überwinden.“

In Ihrem Lebenslauf wird sichtbar, dass Sie schon viel Berufserfahrung gesammelt haben, wie zum Beispiel bei eBay Deutschland oder beim Radiosender Radio NRW. Welche Erfahrungen waren sowohl für Ihre persönliche als auch für Ihre berufliche Weiterentwicklung besonders wichtig?

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Interview mit Oiver Samwer, Gründer von eBay Deutschland

André Vollbracht: „Teil meines Studiums an der European Business School in Oestrich-Winkel war es, möglichst viel Praxiserfahrung im Rahmen diverser Praktika zu sammeln. Das war eine gute Sache, denn es hat mir ermöglicht, Einblicke in mehrere Unternehmen zu erhalten. Mir war dabei zunächst einmal die Vielseitigkeit meiner Erfahrungen wichtig. Leider hatte ich nämlich nicht von Anfang an eine klare Vorliebe für eine bestimmte Branche, wie viele meiner Kommilitonen. Während sie fast alle ihre Erfahrungen bei Banken oder Unternehmensberatungen gesammelt haben, wollte ich erst einmal ausprobieren, was mir persönlich wirklich Spaß macht. So habe ich zum Beispiel – für einen BWL-Studenten eher untypisch – bei einem Radiosender gearbeitet oder im Marketing für eBay. Diese Entscheidung für die Vielseitigkeit hat mich im Nachhinein stark weitergebracht. Durch die umfassenden Einblicke habe ich auf jeden Fall ein ziemlich gutes Gefühl dafür bekommen, was mir wirklich liegt und was nicht. Ich kann nur jedem raten, genau herauszufinden wo die eigenen Vorlieben und Begabungen liegen. Immerhin legt man sich bei einer Berufswahl oft für ein ganzes Leben oder zumindest für eine lange Zeit fest. Da sollte man nicht das Falsche wählen!“

Beim Deutschen Gründerpreis für Schüler entwickeln Jugendliche innerhalb von vier Monaten ein Geschäftskonzept und gründen ein fiktives Unternehmen. Welche Tipps können Sie den Schülern geben, die sich intensiver mit dem Thema „Existenzgründung“ beschäftigen möchten?

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Interview mit Chad Hurley, Gründer von YouTube

André Vollbracht: „Erst einmal empfehle ich natürlich, auf  VentureTV.de vorbeizuschauen und sich Tipps und Tricks von erfahrenen und bereits erfolgreichen Gründern zu holen. Generell bietet das Internet viele gute Informationen zum Thema. Man sollte also einfach mal ein bisschen stöbern. Wer später tatsächlich einmal selbst ein Unternehmen gründen will, der sollte sich möglichst früh immer wieder mit dem Thema Gründung beschäftigen. Das schafft einen unschlagbaren Vorteil, wenn man dann tatsächlich mit der Schule oder dem Studium fertig ist und endlich loslegen kann. Wenn andere nämlich erst damit starten sich Gedanken zu machen, hat man schon eine ganze Reihe wertvoller Informationen zum Thema gesammelt. Ich würde empfehlen, sich ein kleines Notizbuch zuzulegen und Tipps, die einem immer mal wieder über den Weg laufen, darin einzutragen. Dazu kann man außerdem eigene Ideen aufschreiben, kleine Zeichnungen machen und seinen Gedanken einfach mal freien Lauf lassen. Das macht Spaß und ist eine tolle Vorbereitung für später.“

Haben Sie selbst mal bei einem Wettbewerb als Schüler mitgemacht? Warum sollten Ihrer Meinung nach Jugendliche beim Deutschen Gründerpreis für Schüler mitmachen?

André Vollbracht: „Bis auf einen Vorlesewettbewerb kann ich mich da an nichts erinnern. Mein Gymnasium war das kleinste Gymnasium Hessens. Das hatte einerseits viele Vorteile, wie z.B. eine sehr gute Lernatmosphäre, andererseits war es allerdings auch gar nicht so leicht, bei den wenigen Mitschülern Gleichgesinnte für das Thema Unternehmensgründung zu finden. Das begann erst im BWL-Studium, wo ich dann tatsächlich bei einigen Wettbewerben mitgemacht habe. Wer die Chance hat, beim Deutsche Gründerpreis für Schüler mitzumachen, sollte das auf jeden Fall tun. Dabei geht es gar nicht nur darum, unbedingt zu gewinnen und Preise abzuräumen, sondern vielmehr darum, einmal seine Gedanken auf Papier zu bringen, strukturiert zu denken und Gründen zu üben, solange die eigenen Fehler noch kein Geld kosten. Außerdem ist das eine tolle Gelegenheit Gleichgesinnte zu finden. Also: Mitmachen! Es lohnt sich in jedem Fall!“