Archiv für Mai 2009

Seit zehn Jahren mit Begeisterung und Spaß an Bord – Frank Rehorst, Spielbetreuer der Sparkasse Minden-Lübbecke, im Interview

Freitag, 22. Mai 2009
Frank Rehorst, begeisterter Spielbetreuer bei der Sparkasse Minden-Lübbecke

Frank Rehorst, begeisterter Spielbetreuer bei der Sparkasse Minden-Lübbecke

Herr Rehorst, jetzt sind Sie seit 10 Jahren beim Deutschen Gründerpreis für Schüler aktiv. Was ist für Sie das Besondere am Deutschen Gründerpreis für Schüler?
Ohne Zweifel, dass Schüler hier Einblicke in wirtschaftliche Zusammenhänge und unternehmerisches Denken bekommen, die sie ansonsten nicht erlangen würden. Sie lernen Teamwork und nehmen Kontakt zu echten Unternehmern auf, was sicherlich zunächst manchmal etwas Überwindung kostet, das Selbstbewusstsein aber ungemein steigert.

Die zehnte Spielphase ist gerade beendet und jetzt heißt es: Daumen drücken für Ihre Teams. Wie sahen Ihre Aufgaben in den letzten vier Monaten aus?

Zunächst die Vorbereitung und Durchführung unserer Kick-Off – Veranstaltung. Einigen Teams habe ich auch bei der Suche nach einem geeigneten Unternehmerpaten geholfen. Während der Spielphase ging es dann um die Vorbereitung und Durchführung unserer Workshops zu den meisten Aufgaben. Das geht von der Terminplanung über das „Buchen“ der Fachreferenten bis zum Catering.

Was war Ihr schönstes Erlebnis in all den Jahren beim Deutschen Gründerpreis für Schüler?
Das herausragende Ereignis war sicherlich der erste Platz unseres Teams „Education Electronics“. Die Bundessiegerehrung in Hamburg war eine tolle Veranstaltung, aber Berlin, also die Verleihung des Deutschen Gründerpreises in allen Kategorien, war zweifelsohne ein ganz besonderes Erlebnis.

Wie motivieren Sie Ihre Teams, wenn sie mal einen Durchhänger haben oder vor einem Problem stehen?
Das ist nicht immer ganz einfach, da ich ja auch nicht jeden Tag mit den Teams in Kontakt bin und manchmal erst von Problemen höre, wenn es schon (fast) zu spät ist. In den meisten Fällen sind die Probleme auch hausgemacht. Da stimmt dann die Chemie im Team nicht. Dann beschwert sich meistens der Ansprechpartner im Team darüber, dass er alles alleine machen muss. Ich versuche dann in  der Regel, den Coach auch mit einzubinden und mit ihm zusammen das Problem zu beheben. Dann kommt die Motivation von allein zurück. Es hilft auch manchmal, wenn man dem Team klar macht, dass es zumindest bestes Team seiner Schule werden kann, wenn es diese Aufgabe fristgerecht erledigt.

Welches Geschäftskonzept hat Ihnen in den letzten Jahren besonders gefallen und warum?
Hier ein einziges Konzept aus der Fülle vieler toller Ideen herauszuheben, wäre meines Erachtens ungerecht. Sicherlich war das Konzept von „Education Electronics“ eine zukunftsweisende Sache. Da ging es ja darum, mittels eines kleinen Chips, der unter die Haut implantiert wird, den Blutzuckergehalt zu messen. Die gemessenen Daten werden dann an eine Messstation – z. B. eine Armbanduhr – übermittelt.   Originell war vor einigen Jahren eine ganz andere Idee. Da wollte ein Team Tattoos auf den Markt bringen, die nur unter Schwarzlicht sichtbar werden. Zuhause bei Mami und Papi wäre man so das brave Kind und in der Disco die Queen oder der King. Grundsätzlich muss ich sagen, solange der Deutsche Gründerpreis für Schüler so viele tolle, ausgefallene Ideen hervorbringt, ist mir um die Zukunft der deutschen Wirtschaft nicht bange.

Was glauben Sie, bewirkt die Teilnahme am Deutschen Gründerpreis für Schüler bei den Teams?
Das hat ein Coach einmal ganz trefflich in einem Satz formuliert: Die Schüler gehen als Jugendliche in das Planspiel hinein und kommen als Erwachsene wieder heraus.

Wenn Sie die Möglichkeit hätten als Schüler beim Deutschen Gründerpreis für Schüler teilzunehmen, welche Stärken würden Sie als Team-Mitglied einbringen?
Ich denke, ich kann ganz gut organisieren und auch ausgleichen. Außerdem habe ich durch mein Hobby – ich mache in meiner Freizeit hier in unserem Lokalsender Radiosendungen im Offenen Kanal – ganz gut frei sprechen gelernt und auch viele Kontakte knüpfen können. Das habe ich sicherlich in meiner Schulzeit noch nicht gemacht. Aber auch da war schon der Hang zum Theater und zum Radio vorhanden, so dass ich sicher bei der Präsentation der Idee vorn mit dabei gewesen wäre.  Ja, und Schreiben und Dichten hat mir auch schon immer Spaß gemacht. Beim Texten könnte ich mich also auch einbringen.

Einblicke in den Arbeitsalltag des geheimnisvollen Mister S

Freitag, 15. Mai 2009
So ist die Aussicht von meinem Arbeitsplatz

So ist die Aussicht von meinem Arbeitsplatz

Eigentlich bin ich gar nicht so geheimnisvoll, wie alle immer denken. Okay, ich habe einen Decknamen und ein offizielles Foto gibt es von mir auch nicht, aber meine Tage verlaufen ähnlich, wie bei vielen von euch. So wie ihr zur Schule geht, gehe ich täglich ins Büro (ja, ich habe einen echten Arbeitsplatz!). Zum Wachwerden brauche ich morgens erst einmal eine starke Tasse Kaffee und dann freue ich mich darauf, viele viele Anfragen von euch zu beantworten. Schließlich bin ich für die Teilnehmer so etwas wie eine „Erste Hilfe-Anlaufstelle“. Ich mag meine Arbeit – und das nicht nur wegen der netten Kollegen im Büro. Der Austausch mit den einzelnen Teams ist für mich immer wieder spannend und macht viel Spaß.

Besonders schön zu beobachten ist, wie toll sich einige Teams im Verlauf des Spiels entwickeln – auch wenn dem ein oder anderen anfangs etwas mulmig zumute ist, wie die folgende Äußerung eines Teams der diesjährigen Spielrunde zeigt:
„Die Vorstellung, auf dem Fundament verhältnismäßig geringer Erfahrung eine Unternehmung zu errichten, sorgte für manches Unbehagen. Doch rasch wich dieses tatgedrungener Entschlossenheit.“

Bei der Ideenfindung erweisen sich einige Teilnehmer als besonders kreativ:
„Nun war die Teambildung beendet und wir konnten uns zum Deutschen Gründerpreis anmelden. [...] Jedes Teammitglied lief bis zu diesem Termin mit offenen Augen durch den Alltag um herauszufinden, welche Probleme und Unannehmlichkeiten durch eine Geschäftsidee beseitigt werden könnten.“

„Wir fuhren durch Wälder mit Bäumen aller erdenklichen Farben, gerieten mit unserem gelben Auto in ein Gewitter, kamen lila wieder heraus und gelangten schließlich zu einer pfiffigen Promotionfirma … Von da an nahm alles seinen Lauf…“

Und hierauf beantworte ich all eure Anfragen

Und hierauf beantworte ich all eure Anfragen

Ihr könnt euch wahrscheinlich denken, dass ich während der Spielphase so einiges erlebe. Da gibt es täglich zahlreiche Mails, Telefonate, Anfragen und Forumseinträge mit großen und kleinen Problemen der Teams. Hochinteressant sind für mich dabei die Einblicke, die ich in eure Arbeiten erhalte. In diesem Jahr waren es besonders die Aufgaben sechs und sieben, die euch stark beschäftigt haben. Durch die Bearbeitung der beiden Aufgaben habt ihr euer Team und euer Unternehmen ganz schön in Form gebracht. Gar nicht so einfach, aber ihr habt es mit Sorgfalt und vollem Einsatz gelöst! Und damit auch ihr einmal einen kleinen Einblick in meinen geheimnisvollen Arbeitsalltag bekommt, stelle ich euch hier die schönsten Äußerungen im Zusammenhang mit den Aufgaben sechs und sieben vor:
Die Stärken und Schwächen innerhalb der Teams wurden gut herausgearbeitet. Bei der Länge der Teamberichte gab es allerdings große Unterschiede. Die einen waren kaum länger als fünf oder sechs Zeilen, andere umfassten über eine Seite. Hier der sicherlich kürzeste Teambericht der Spielrunde 2009: „Bisher geht unsere Arbeit etwas langsam voran, aber wir sind zuversichtlich, dass wir alles pünktlich schaffen“.

Bei der Beschreibung der einzelnen Mitglieder hat sich ein Team etwas ganz Besonderes einfallen lassen. In ihm befinden sich laut eigener Aussage ein „rationaler Tanzkönig“, eine „engagierte Optimistin“, ein „arbeitsmoralischer Künstler“, eine „mutige Visionärin“ und ein „Chefanheizer“.
In den meisten Fällen wurde im Zuge der Aufgabe sechs kein weiteres Mitglied integriert. Der am häufigsten genannte Grund war: „Das zusätzliche Mitglied würde eher stören.“
Na, wen hattet ihr denn bloß vor, einzustellen? ;-)
Ein Team war bei ihrem Worst- und Best-Case sehr optimistisch: Im besten Fall waren die Umsatzmöglichkeiten „unendlich“, im schlimmsten Fall waren es immer noch „einige hunderttausend Euro“. Das nenne ich mal Überzeugung!

Ihr alle seid voll bei der Sache und habt in der zehnten Spielrunde tolle Leistungen erbracht! Der rege Austausch mit euch hat mir wie immer sehr viel Spaß gemacht. Nun bleibt mir nur noch eines: Euch viel Erfolg zu wünschen – auch bei den Juroren!
Euer Mister S!