„Leider gab es zu meiner Schulzeit solche Angebote noch nicht“

23. April 2010
Rainer Brüderle

Interview mit dem Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle über den Deutschen Gründerpreis für Schüler

Interview mit dem Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle zum Deutschen Gründerpreis für Schüler und zu den Themen Selbstständigkeit und Unternehmertum.

Herr Brüderle, Sie sind Kooperationspartner des Deutschen Gründerpreises, der bedeutendsten Auszeichnung für herausragende Unternehmer in Deutschland. Für wie wichtig halten Sie solche Auszeichnungen, um Themen wie Unternehmertum und Selbstständigkeit noch mehr Aufmerksamkeit zu schenken?

Rainer Brüderle: „Unternehmertum und Selbstständigkeit sind elementare Bestandteile der Sozialen Marktwirtschaft. In Deutschland wagen allerdings noch zu wenige Menschen mit guten Ideen den Schritt in die Selbstständigkeit – vielleicht, weil sie Angst vor dem Scheitern haben. Diese Angst ist aber unberechtigt: Zum Unternehmer wird niemand geboren. Die Bereitschaft, unternehmerisches Risiko und Verantwortung zu übernehmen, kann und muss sich erst entwickeln. Wichtig für diese Entwicklung ist ein positives Unternehmerbild. Hier setzt der Deutsche Gründerpreis an: Er belebt Unternehmertugenden neu und setzt positive Nachrichten vom deutschen Unternehmer.“

Der Deutsche Gründerpreis wird unter anderem in der Kategorie Schüler verliehen. Hier werden Jugendliche in Form eines Existenzgründer-Planspiels auf spielerische Weise an die Themen Existenzgründung und Unternehmertum herangeführt. Waren Sie schon als Schüler am Thema Wirtschaft interessiert und hätten Sie am Deutschen Gründerpreis für Schüler teilgenommen? Wenn ja, warum?

Rainer Brüderle: „Mein Vater war selbstständiger Kaufmann. Deshalb habe ich schon in meiner Schulzeit Erfahrungen als „Nachwuchs-Mittelständler“ sammeln dürfen. Wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte, hätte ich diese Kenntnisse selbstverständlich gerne auch in Schülerwettbewerbe – wie z.B. den Deutschen Gründerpreis für Schüler – eingebracht. Leider gab es zu meiner Schulzeit solche Angebote aber noch nicht.“

Gerade bei jungen Menschen ist es wichtig, frühzeitig Interesse an der Wirtschaftswelt zu wecken. Initiativen wie der Deutsche Gründerpreis für Schüler geben Schülern die Möglichkeit, das Berufsleben hautnah aus der Perspektive eines Existenzgründers kennen zu lernen. Was macht den Deutschen Gründerpreis für Schüler Ihrer Meinung nach besonders?

Rainer Brüderle: „Der Deutsche Gründerpreis für Schüler bietet Schülerinnen und Schülern von heute eine moderne Plattform, um mit einer virtuellen Gründung Ideen und Pläne im Team auszuprobieren. Die Schülerinnen und Schüler können dabei ihre persönlichen Stärken und Schwächen erfahren. Durch das Engagement der Sparkassen wird ein flächendeckendes Beraternetz für die Jung-Unternehmer zur Verfügung gestellt. Dadurch ist sichergestellt, dass die ‘Bäume nicht in den Himmel wachsen’ und die Zukunftspläne Bodenhaftung behalten.“

Auch bei der vom BMWi gegründeten Initiative Unternehmergeist in die Schulen besteht das Anliegen, dass sich junge Menschen bereits im Schulalter mit selbstständigem, unternehmerischem Denken und Handeln auseinandersetzen. Was ist Aufgabe dieser Initiative?

Rainer Brüderle: „Eine Gründerkultur lässt sich nicht verordnen. Man kann sie aber fördern und unterstützen. Damit fangen wir in den Schulen an, indem wir gezielt Projekte fördern, die unternehmerisches Denken und Handeln in die Schulen tragen und für Selbstständigkeit und Unternehmertum werben. Um diese Aktivitäten zu bündeln und den Schulen auch ein transparentes und qualitativ hochwertiges Angebot zu machen, gibt es den Initiativkreis Unternehmergeist in die Schulen.“

Leider sind solche wirtschaftlichen Themen wie Existenzgründung, Unternehmertum bzw. Selbstständigkeit kein fester Bestandteil des Lehrplans deutscher Schulen. Woran kann es Ihrer Meinung nach liegen, dass das Thema noch nicht Lehrstoff aller allgemein bildenden Schulen ist?

Rainer Brüderle: „Die für Bildungsfragen zuständige Kultusminister-konferenz hat bereits vor Jahren die ökonomische Bildung als unverzichtbaren Bestandteil der Allgemeinbildung herausgestellt. Einige Länder haben diesen Appell aufgenommen und in ihren Schulen ein eigenes Schulfach Wirtschaft eingeführt – mit guten Erfolgen. Andere Länder decken wirtschaftliche Bildung nur über Fächer wie Erdkunde, Politik und Geschichte ab. Deshalb würde ich mir bundesweit allgemein verbindliche Rahmenrichtlinien wünschen.“

Wie sehen Sie die zukünftige Entwicklung von Initiativen wie dem Deutschen Gründerpreis für Schüler und Unternehmergeist in die Schulen?

Rainer Brüderle: „Das Interesse von Schülerinnen und Schüler an Wirtschaft ist erfreulich groß. Fast 80 Prozent der Jugendlichen meinen, unternehmerische Selbstständigkeit sollte stärker im Unterricht behandelt werden. Diese Forderung müssen wir weiterhin bedienen. Mit Angeboten wie dem Deutschen Gründerpreis und JUNIOR tragen wir das Thema Wirtschaft in die Schulen. Um ein nachhaltig positives Unternehmerbild – und damit gleichzeitig die Bedeutung von Unternehmen für unsere Volkswirtschaft – praktisch zu vermitteln, werden wir die Initiativen zum Unternehmergeist in die Schulen weiter ausbauen.“

„Was für uns im Rückblick am meisten zählt, ist die Arbeit im Team“

12. Februar 2010

Vor einem Jahr wusste noch keiner der fünf Jungs aus Hessen, was sie beim Deutschen Gründerpreis für Schüler alles erwarten würde: Als Bundessieger ausgezeichnet, ging es nach Berlin und dann ins Future Camp – eine Zeit mit unvergesslichen Höhepunkten und viel Medienrummel.

Ihr habt letztes Jahr beim Deutschen Gründerpreis für Schüler teilgenommen und die Jury mit eurem Geschäftskonzept zum Thema Zahnprophylaxe überzeugt. Was war das für ein Gefühl, aus über 1.200 Teams bundesweit als Sieger hervorzugehen?

DentaCare: „Als wir zur Siegerehrung nach Hamburg gefahren sind, waren wir zwar davon überzeugt, dass wir sehr gute Arbeit geleistet hatten, aber dass es bei bundesweit 1.217 Teams ganz bestimmt nicht fürs Siegertreppchen reichen würde. Persönlich war es für uns an dieser Stelle schon mal ein Riesenerfolg, es bis unter die zehn besten Teams geschafft zu haben. Dass wir dann noch gewannen, war echt genial und hat uns unglaublich gefreut.“

Nach eurem Sieg war das Interesse der Medien groß. Auch das ZDF hat einen Fernsehbeitrag über euch für die Sendung WISO gedreht. Wie habt ihr den Medienrummel empfunden?

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So freut sich das Team DentaCare bei der Bekanntgabe des 1. Platzes bei der Bundessiegerehrung in Hamburg

DentaCare: „Wir waren natürlich ziemlich stolz, nicht nur weil wir es mit unserer Idee ins Fernsehen geschafft haben, sondern weil die Medienpräsenz an unserer Schule eine tolle Sache war. Schlussendlich hat der Dreh mit dem ZDF viel Spaß gemacht und es war ein tolles Gefühl, den gelungenen Fernsehbeitrag bei der Preisverleihung des Deutschen Gründerpreises in Berlin zu sehen.“

Werdet ihr eure Geschäftsidee weiter verfolgen und somit die erste elektrische Zahnbürste, die Krankheiten im Mundraum frühzeitig erkennt, in die Realität umsetzen?

DentaCare: „Bei der Preisverleihung in Berlin haben wir tatsächlich einige Interessenten kennen gelernt und auch Angebote für eine mögliche Umsetzung bekommen. Die Hilfe für einen ersten Schritt in Richtung „realer Umsetzung“ wäre also durchaus gegeben; aber es müsste zuerst einmal viel Kapital und Zeit in die Entwicklung eines solchen High-Tech-Produktes fließen. Da im Moment jedes Mitglied unseres Teams noch mit dem erfolgreichen Abschluss seines Abiturs zu tun hat und die meisten von uns auch schon weiterführende Pläne für ein Studium haben, werden wir die Idee erstmal noch im Hinterkopf behalten.“

Wie habt ihr die Teilnahme am Deutschen Gründerpreis für Schüler rückblickend empfunden und was hat sie euch gebracht? Wisst ihr schon, was ihr nach der Schule machen wollt?

DentaCare: „Die Teilnahme war in jeder Hinsicht ein Highlight für uns, die wir von Anfang an bis hin zum Future Camp als ‚Abschlussveranstaltung’ genossen haben. Natürlich erhält man im Laufe der einzelnen Runden und wachsenden Aufgaben einen immer besseren Einblick in die Unternehmensstrukturen und –abläufe. Was für uns aber im Rückblick wahrscheinlich am meisten zählt, ist die Arbeit im Team. Besonders jetzt, gegen Schulende, wenn sich langsam abzeichnet, dass sich unsere Wege in sehr unterschiedliche Richtungen entwickeln (von Kunst, Musik über Natur- und Ingenieurswissenschaften bis hin zur Wirtschaft),  erkennen wir, dass gerade durch die heterogene Zusammensetzung unseres Teams unsere Arbeit gut geklappt hat.“

Warum sollte man eurer Meinung nach beim Deutschen Gründerpreis für Schüler mitmachen?

DentaCare: „Es ist definitiv eine Erfahrung, die man nicht verpassen sollte. Auch wenn manchmal kein Interesse an einzelnen wirtschaftlichen Aspekten / Themen besteht, bietet der Deutsche Gründerpreis für Schüler mindestens genauso viele andere (z.B. kreative) Facetten, an denen man selber und im Team wächst.“

Was wünscht ihr den Teilnehmern der aktuellen Spielrunde? Habt ihr vielleicht ein paar „geheime“ Tipps, die ihr weitergeben wollt?

DentaCare: „Der einzige Tipp, den wir mit gutem Gewissen weitergeben können ist, dass die meisten Sackgassen, die sich während der Arbeit im Team auftun, gar keine sind. Mit ein bisschen Kreativität kann man sicherlich aus (fast) allen unscheinbaren und langweiligen Dingen etwas hervorbringen, das andere begeistert.“

„Man sollte lieben, was man tut“ – Interview mit André Vollbracht (30), Inhaber des Internet Start-up’s „Venture TV“, zum Thema erfolgreiche Existenzgründung

09. Februar 2010

Im Oktober 2009 gründete André Vollbracht das Start-up Venture TV. Das „Internet-TV für Gründer und junge Unternehmer“ stellt erfolgreiche Gründer aus Deutschland und der Welt vor und fragt sie nach ihren persönlichen Geheimnissen des Erfolgs und nach Tipps für junge Gründer. Neben erfolgreichen Gründern kommen in der Kategorie Start-up Report auch junge Unternehmen zu Wort, die gerade mitten in der Unternehmensgründung stecken und aus ihrem Alltag erzählen. Wir haben André Vollbracht zum Thema Venture TV befragt.

Seit vier Monaten sind Sie selbstständiger Gründer eines Start-up Unternehmens. Was macht Ihrer Meinung nach einen erfolgreichen Unternehmer aus?

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André Vollbracht, erfolgreicher Gründer von VentureTV.de

André Vollbracht: „Gute Frage! Bei Venture TV versuchen wir nämlich genau das herauszufinden. Wir interviewen bei Venture TV deutsche und international erfolgreiche Unternehmer und fragen sie nach ihren Erfolgsgeheimnissen sowie nach Tipps für junge Gründer. Je mehr Interviews ich führe, desto mehr finde ich allerdings heraus, dass es kein einheitliches Rezept für den Erfolg gibt. Dennoch gibt es einige wichtige Merkmale, die immer wieder auffallen. Dazu gehört zunächst einmal die Fähigkeit, das richtige Timing für eine Idee zu finden. Die beste Idee und die cleverste Erfindung können scheitern, wenn der Markt dafür noch nicht reif ist. Außerdem ist Beharrlichkeit eine wichtige Eigenschaft erfolgreicher Unternehmer. Man sollte sich nicht entmutigen lassen. Gerade die wirklich revolutionären Ideen sind es, die am Anfang besonders viele Kritiker haben. Da muss man durch! Und damit das mit der Beharrlichkeit klappt, sollte man ganz einfach sein Unternehmen und das, was man tut, lieben. Dann ist es auch in schwierigen Zeiten nicht schwer, trotzdem bei der Sache zu bleiben und nicht gleich das Handtuch zu werfen. Viele erfolgreiche Unternehmen sind aus der Leidenschaft des Gründers für eine Idee entstanden. Wer nur gründet, um damit möglichst schnell viel Geld zu verdienen, erlebt damit oft eine Bruchlandung. Denn: Wie soll ich eine Idee oder ein Produkt erfolgreich verkaufen, an dem noch nicht einmal ich selbst richtig Spaß habe? Das wird schwer!“

Wie kann man sich Ihre Tätigkeit bei Venture TV vorstellen? Was gehört alles zu Ihrem Aufgabengebiet?

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Interview mit Jack Dorsey, Gründer von Twitter

André Vollbracht: „Das Aufgabengebiet ist sehr vielseitig und gerade das macht die Arbeit besonders interessant. Ich habe das Vergnügen, fast täglich spannende und sehr inspirierende Menschen zu treffen und das zu fragen, was ich schon immer einmal von ihnen wissen wollte. Das macht wirklich Spaß, vor allem weil ich ein sehr neugieriger Mensch bin und gern den Dingen auf den Grund gehe. Außerdem müssen wir die Beiträge dann natürlich noch schneiden, bearbeiten und online stellen. Im Moment bin ich auf der Suche nach Sponsoren für Venture TV, denn irgendwie müssen ja auch wir Geld verdienen. Für unsere Zuschauer wollen wir absolut kostenfrei bleiben, damit jeder die Interviews sehen und daraus lernen kann.“

Nach dem Abitur haben Sie ein BWL-Studium absolviert. Hatten Sie bereits zu Beginn des Studiums den Wunsch, in die Selbstständigkeit zu gehen?

André Vollbracht: „Dass ich mich selbstständig machen würde, war mir tatsächlich schon immer klar. Wahrscheinlich hat meine familiäre Prägung viel damit zu tun. Meine Eltern, Großeltern und sogar Urgroßeltern waren schon selbstständig. Da bekommt man die Aufgaben eines selbstständigen Unternehmers tagtäglich mit und wächst in die Selbstständigkeit sozusagen automatisch hinein. Man sieht, dass man auch ab und zu mal sonntags und spät abends arbeiten muss, sich dafür aber auch seine gesamte Zeit freier einteilen kann als ein Angestellter. Das Beste an der Selbstständigkeit ist, dass man für sich selbst arbeitet und die Früchte seiner Arbeit auch selbst ernten kann. Das motiviert mich sehr, ist aber auch immer wieder eine Herausforderung – schließlich muss man auch für seine Fehler geradestehen und manchmal schwierige Zeiten ohne ein sicheres Einkommen überwinden.“

In Ihrem Lebenslauf wird sichtbar, dass Sie schon viel Berufserfahrung gesammelt haben, wie zum Beispiel bei eBay Deutschland oder beim Radiosender Radio NRW. Welche Erfahrungen waren sowohl für Ihre persönliche als auch für Ihre berufliche Weiterentwicklung besonders wichtig?

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Interview mit Oiver Samwer, Gründer von eBay Deutschland

André Vollbracht: „Teil meines Studiums an der European Business School in Oestrich-Winkel war es, möglichst viel Praxiserfahrung im Rahmen diverser Praktika zu sammeln. Das war eine gute Sache, denn es hat mir ermöglicht, Einblicke in mehrere Unternehmen zu erhalten. Mir war dabei zunächst einmal die Vielseitigkeit meiner Erfahrungen wichtig. Leider hatte ich nämlich nicht von Anfang an eine klare Vorliebe für eine bestimmte Branche, wie viele meiner Kommilitonen. Während sie fast alle ihre Erfahrungen bei Banken oder Unternehmensberatungen gesammelt haben, wollte ich erst einmal ausprobieren, was mir persönlich wirklich Spaß macht. So habe ich zum Beispiel – für einen BWL-Studenten eher untypisch – bei einem Radiosender gearbeitet oder im Marketing für eBay. Diese Entscheidung für die Vielseitigkeit hat mich im Nachhinein stark weitergebracht. Durch die umfassenden Einblicke habe ich auf jeden Fall ein ziemlich gutes Gefühl dafür bekommen, was mir wirklich liegt und was nicht. Ich kann nur jedem raten, genau herauszufinden wo die eigenen Vorlieben und Begabungen liegen. Immerhin legt man sich bei einer Berufswahl oft für ein ganzes Leben oder zumindest für eine lange Zeit fest. Da sollte man nicht das Falsche wählen!“

Beim Deutschen Gründerpreis für Schüler entwickeln Jugendliche innerhalb von vier Monaten ein Geschäftskonzept und gründen ein fiktives Unternehmen. Welche Tipps können Sie den Schülern geben, die sich intensiver mit dem Thema „Existenzgründung“ beschäftigen möchten?

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Interview mit Chad Hurley, Gründer von YouTube

André Vollbracht: „Erst einmal empfehle ich natürlich, auf  VentureTV.de vorbeizuschauen und sich Tipps und Tricks von erfahrenen und bereits erfolgreichen Gründern zu holen. Generell bietet das Internet viele gute Informationen zum Thema. Man sollte also einfach mal ein bisschen stöbern. Wer später tatsächlich einmal selbst ein Unternehmen gründen will, der sollte sich möglichst früh immer wieder mit dem Thema Gründung beschäftigen. Das schafft einen unschlagbaren Vorteil, wenn man dann tatsächlich mit der Schule oder dem Studium fertig ist und endlich loslegen kann. Wenn andere nämlich erst damit starten sich Gedanken zu machen, hat man schon eine ganze Reihe wertvoller Informationen zum Thema gesammelt. Ich würde empfehlen, sich ein kleines Notizbuch zuzulegen und Tipps, die einem immer mal wieder über den Weg laufen, darin einzutragen. Dazu kann man außerdem eigene Ideen aufschreiben, kleine Zeichnungen machen und seinen Gedanken einfach mal freien Lauf lassen. Das macht Spaß und ist eine tolle Vorbereitung für später.“

Haben Sie selbst mal bei einem Wettbewerb als Schüler mitgemacht? Warum sollten Ihrer Meinung nach Jugendliche beim Deutschen Gründerpreis für Schüler mitmachen?

André Vollbracht: „Bis auf einen Vorlesewettbewerb kann ich mich da an nichts erinnern. Mein Gymnasium war das kleinste Gymnasium Hessens. Das hatte einerseits viele Vorteile, wie z.B. eine sehr gute Lernatmosphäre, andererseits war es allerdings auch gar nicht so leicht, bei den wenigen Mitschülern Gleichgesinnte für das Thema Unternehmensgründung zu finden. Das begann erst im BWL-Studium, wo ich dann tatsächlich bei einigen Wettbewerben mitgemacht habe. Wer die Chance hat, beim Deutsche Gründerpreis für Schüler mitzumachen, sollte das auf jeden Fall tun. Dabei geht es gar nicht nur darum, unbedingt zu gewinnen und Preise abzuräumen, sondern vielmehr darum, einmal seine Gedanken auf Papier zu bringen, strukturiert zu denken und Gründen zu üben, solange die eigenen Fehler noch kein Geld kosten. Außerdem ist das eine tolle Gelegenheit Gleichgesinnte zu finden. Also: Mitmachen! Es lohnt sich in jedem Fall!“

Auf in die neue Spielrunde: Gründe deine Zukunft!

04. November 2009
Team DentaCare, Bundessieger2009

Strahlende Sieger: Das Team DentaCare überzeugte 2009 mit einem Geschäftskonzept zum Thema Zahnprophylaxe

Was ist eigentlich Marketing? Wie entwickelt man ein Produkt? Und wo gibt es überhaupt Geld für eine Geschäftsidee? Wenn du dich das fragst, dann bist du beim Deutschen Gründerpreis für Schüler genau richtig. Hier kannst du im Team dein eigenes fiktives Unternehmen gründen und ganz ohne Risiko testen, ob sich deine Geschäftsidee Erfolg versprechend umsetzen lässt. Kennst du das Thema Wirtschaft aus dem Unterricht bisher als eher trocken und langweilig, so wirst du es hier von einer völlig neuen und vor allem lebendigen Seite kennen lernen. Denn plötzlich bist du mittendrin in der spannenden Geschäftswelt der Erwachsenen und knüpfst Kontakte zu echten Unternehmern, die dich beraten. Das macht Spaß, festigt das Selbstvertrauen, zeigt eigene Stärken auf und bringt dich für deine Zukunft weiter. Denn wer wirtschaftliche Zusammenhänge versteht, hat den Durchblick und das kommt auch bei Personalchefs in Vorstellungsgesprächen gut an.

Aber bei Deutschlands größtem Existenzgründer-Planspiel der Partner stern, Sparkassen, ZDF und Porsche geht es nicht nur um die Vermittlung theoretischer Inhalte. In nur vier Monaten lernst du wie ein echter Existenzgründer zu Denken und zu Handeln. Und das Wichtigste: du wirst viel Spaß dabei haben!

Das Siegerteam 2009, DentaCare aus Hessen, erinnert sich: „Wir mussten uns selbst organisieren, Zeitpläne einhalten und Verantwortung übernehmen. Der Deutsche Gründerpreis für Schüler hat uns alle auf jeden Fall weitergebracht und uns geholfen, einen Einblick in das Wirtschaftsleben zu gewinnen. Wir können nur jedem raten, an diesem Planspiel teilzunehmen. Eine gelungene Erfahrung, die uns unser ganzes Leben begleiten wird!“

Ihr wollt mitmachen? – So funktioniert’s:

Wenn du mindestens 16 Jahre alt bist und auf eine allgemein- oder berufsbildende Schule gehst, dann erfüllst du bereits fast alle Voraussetzungen für die Teilnahme. Alles, was du noch brauchst, sind ein paar Mitstreiter und schon kann’s losgehen.

Ab sofort könnt ihr euch unter www.deutscher-gruenderpreis.de/schueler bis zum 12. Februar 2010 bewerben. Hier könnt ihr bei unserem Online-Test auch schon einmal vorab ausprobieren, ob ihr das Zeug zum Chef habt. Zudem gibt es auf der Webseite Videos zu den Bundessiegerehrungen und Future Camps der letzten Jahre sowie spannende Erfahrungsberichte ehemaliger Teilnehmer.

Und das gibt es zu gewinnen:

Die zehn besten Teams werden zur Siegerehrung nach Hamburg eingeladen und erhalten Geldpreise in Höhe von insgesamt 6.000 Euro. Das Sieger-Team wird im Rahmen der Verleihung des Deutschen Gründerpreises in Berlin in der Kategorie „Schüler“ ausgezeichnet. Die fünf besten Teams fahren im Herbst 2010 außerdem ins Future Camp, ein speziell für die Teilnehmer entwickeltes Management- und Persönlichkeitstraining.

Darüber hinaus gibt es Teilnahme-Zertifikate und Siegerurkunden. Sie sind exzellente Referenzen für den Berufseinstieg.

Unter www.deutscher-gruenderpreis.de/schueler findet ihr viele weitere interessante Informationen.

Zehnte Spielrunde erfolgreich beendet – Neue startet im Herbst

04. August 2009
Projektleiterin Nadja Töpper

Projektleiterin Nadja Töpper

Eine aufregende Zeit mit vielen tollen Geschäftskonzepten liegt hinter uns. Bei der zehnten Spielrunde haben bundesweit 1.217 Teams an Deutschlands größtem Existenzgründer-Planspiel teilgenommen. Darüber freuen wir uns sehr und möchten uns bei allen Schülerinnen und Schülern ganz herzlich für ihr Engagement in den letzten Monaten bedanken.

Ein echter Höhepunkt war die Bundessiegerehrung im Juni, bei der die Top Ten-Teams im Verlagshaus Gruner+Jahr ausgezeichnet wurden. Die Jugendlichen stellten hier neben ihrem erlernten Wirtschaftswissen auch ihre Präsentationsstärke unter Beweis. Ob mit Gesang, Schauspielerei oder beispielhafter Vorführung zum Thema „Wie funktioniert ein Pinkelstopper?“ – die Teams hatten viel Spaß auf und abseits der Bühne.

Wie das Siegerteam 2009 die Spielphase erlebt hat, teilt DentaCare in einem Erfahrungsbericht mit. Die vier Jungs aus Hessen haben sich vier Monate lang ausführlich mit dem Thema Zahnprophylaxe auseinandergesetzt:

„eDent“ – hinter unserer Produktidee verbirgt sich nicht nur viel Arbeit, sondern auch viele wertvolle Erfahrungen und Eindrücke! Die eDent ist eine Zahnbürste, die den Mundraum beim Putzen nicht nur pflegt, sondern mittels modernster Techniken auch analysiert und so die Zahngesundheit des Patienten deutlich erhöht.  Mit dieser Produktidee ist es uns, dem Team DentaCare, gelungen, den Deutschen Gründerpreis für Schüler 2009 zu gewinnen. Doch vor der kompletten Ausarbeitung dieser Idee lag ein langer Weg.
Begonnen hat alles Ende 2008. Unser Lehrer und spätere Unternehmens-Coach Paul Rauh stellte uns verschiedene Planspiele vor. Die Entscheidung war schnell klar: Der Deutsche Gründerpreis für Schüler klang für uns am vielversprechendsten – und das nicht nur wegen der Preise! Vielmehr hatten wir den Eindruck, dass dieser Wettbewerb uns am meisten vermitteln würde und wir das meiste mitnehmen könnten. Diese Erwartungen wurden dann im Verlauf des Wettbewerbs voll bestätigt, sodass wir viel Arbeit, aber auch viel Spaß bei der Lösung der neun Aufgaben hatten.
Dass dabei gerade die Arbeit im Team wichtig ist, war die erste Erfahrung, die wir schon nach wenigen Wochen gewinnen konnten. Die Ideen und Einfälle wurden diskutiert, überarbeitet und verbessert, unterschiedliche Meinungen wurden erörtert und  Entscheidungen gefällt. Dabei wurden die Kernkompetenzen eines jeden Teammitglieds berücksichtigt, sodass jeder das tun konnte, was ihm am besten lag.
Der Deutsche Gründerpreis brachte uns aber noch viel mehr als nur Teamarbeit: Wir mussten uns selbst engagieren und organisieren, Zeitpläne einhalten und Verantwortung übernehmen. Auch dass wir im Verlauf des Wettbewerbs mit vielen Leuten Kontakt hatten und es uns so ermöglicht wurde, unserer Idee auch in der Diskussion mit Dritten weiter auszufeilen und zu verbessern, sich dabei im Präsentieren zu üben und ins Gespräch zu kommen, war eine wichtige Erfahrung. So ist uns besonders das Präsentieren unserer Idee vor Unternehmen unserer Region positiv in Erinnerung geblieben.  Auch, dass Stress und Termindruck dabei zum Alltag eines Unternehmers gehören, war eine wichtige Erfahrung!
Nach dem Ende des Planspiels ging es weiter: zunächst war da die Bundessiegerehrung in Hamburg, wo wir die anderen Mitbewerber kennenlernen konnten und Gesichter hinter den Namen aus der Internetspielplattform zu sehen waren.  Als Siegerteam durften wir aber auch erleben, wie es ist,  Interviews für Presse und Fernsehen zu geben. Ein weiteres sehr schönes Erlebnis war der Dreh mit einem Fernsehteam, das uns für die Preisverleihung in Berlin gefilmt hat.
Der Deutsche Gründerpreis für Schüler hat uns alle auf jeden Fall weitergebracht und uns geholfen einen Einblick in das Wirtschaftsleben zu gewinnen. Dass wir den Wettbewerb auch noch gewonnen haben, war dabei nur die Krönung für eine gelungene Erfahrung, die uns unser ganzes Leben begleiten wird.

Wir können es daher nur jedem raten, an diesem Planspiel teilzunehmen. Es ist definitiv eine Erfahrung wert!

Christoph Dorn, Leonard Overbeck, Markus Banek, Amin Kachabia, Wolfgang Gentzcke
DentaCare GmbH

Projektteam Nadine Schöffer und Julia Lais

Projektteam Nadine Schöffer und Julia Lais

Siegerteam 2009

Wer jetzt neugierig geworden ist und Lust hat, in der nächsten Spielrunde dabei zu sein, kann sich ab Mitte Oktober auf der Webseite www.deutscher-gruenderpreis.de/schueler anmelden. Dann geht der Deutsche Gründerpreis für Schüler in die Spielrunde 2010. Dazu wurden die Aufgaben überarbeitet und den Umstellungen der Gymnasien auf G8 sowie den Bedürfnissen der beruflichen Schulen angepasst. Was bedeutet das konkret? Die Bearbeitung der Aufgaben ist dadurch weniger zeitintensiv – bei gleichbleibender Qualität und noch mehr Spaß. Also los geht’s: Wir freuen uns auf viele Anmeldungen für die elfte Spielrunde.

Einen schönen Sommer
wünscht das Projektteam!

Seit zehn Jahren mit Begeisterung und Spaß an Bord – Frank Rehorst, Spielbetreuer der Sparkasse Minden-Lübbecke, im Interview

22. Mai 2009
Frank Rehorst, begeisterter Spielbetreuer bei der Sparkasse Minden-Lübbecke

Frank Rehorst, begeisterter Spielbetreuer bei der Sparkasse Minden-Lübbecke

Herr Rehorst, jetzt sind Sie seit 10 Jahren beim Deutschen Gründerpreis für Schüler aktiv. Was ist für Sie das Besondere am Deutschen Gründerpreis für Schüler?
Ohne Zweifel, dass Schüler hier Einblicke in wirtschaftliche Zusammenhänge und unternehmerisches Denken bekommen, die sie ansonsten nicht erlangen würden. Sie lernen Teamwork und nehmen Kontakt zu echten Unternehmern auf, was sicherlich zunächst manchmal etwas Überwindung kostet, das Selbstbewusstsein aber ungemein steigert.

Die zehnte Spielphase ist gerade beendet und jetzt heißt es: Daumen drücken für Ihre Teams. Wie sahen Ihre Aufgaben in den letzten vier Monaten aus?

Zunächst die Vorbereitung und Durchführung unserer Kick-Off – Veranstaltung. Einigen Teams habe ich auch bei der Suche nach einem geeigneten Unternehmerpaten geholfen. Während der Spielphase ging es dann um die Vorbereitung und Durchführung unserer Workshops zu den meisten Aufgaben. Das geht von der Terminplanung über das „Buchen“ der Fachreferenten bis zum Catering.

Was war Ihr schönstes Erlebnis in all den Jahren beim Deutschen Gründerpreis für Schüler?
Das herausragende Ereignis war sicherlich der erste Platz unseres Teams „Education Electronics“. Die Bundessiegerehrung in Hamburg war eine tolle Veranstaltung, aber Berlin, also die Verleihung des Deutschen Gründerpreises in allen Kategorien, war zweifelsohne ein ganz besonderes Erlebnis.

Wie motivieren Sie Ihre Teams, wenn sie mal einen Durchhänger haben oder vor einem Problem stehen?
Das ist nicht immer ganz einfach, da ich ja auch nicht jeden Tag mit den Teams in Kontakt bin und manchmal erst von Problemen höre, wenn es schon (fast) zu spät ist. In den meisten Fällen sind die Probleme auch hausgemacht. Da stimmt dann die Chemie im Team nicht. Dann beschwert sich meistens der Ansprechpartner im Team darüber, dass er alles alleine machen muss. Ich versuche dann in  der Regel, den Coach auch mit einzubinden und mit ihm zusammen das Problem zu beheben. Dann kommt die Motivation von allein zurück. Es hilft auch manchmal, wenn man dem Team klar macht, dass es zumindest bestes Team seiner Schule werden kann, wenn es diese Aufgabe fristgerecht erledigt.

Welches Geschäftskonzept hat Ihnen in den letzten Jahren besonders gefallen und warum?
Hier ein einziges Konzept aus der Fülle vieler toller Ideen herauszuheben, wäre meines Erachtens ungerecht. Sicherlich war das Konzept von „Education Electronics“ eine zukunftsweisende Sache. Da ging es ja darum, mittels eines kleinen Chips, der unter die Haut implantiert wird, den Blutzuckergehalt zu messen. Die gemessenen Daten werden dann an eine Messstation – z. B. eine Armbanduhr – übermittelt.   Originell war vor einigen Jahren eine ganz andere Idee. Da wollte ein Team Tattoos auf den Markt bringen, die nur unter Schwarzlicht sichtbar werden. Zuhause bei Mami und Papi wäre man so das brave Kind und in der Disco die Queen oder der King. Grundsätzlich muss ich sagen, solange der Deutsche Gründerpreis für Schüler so viele tolle, ausgefallene Ideen hervorbringt, ist mir um die Zukunft der deutschen Wirtschaft nicht bange.

Was glauben Sie, bewirkt die Teilnahme am Deutschen Gründerpreis für Schüler bei den Teams?
Das hat ein Coach einmal ganz trefflich in einem Satz formuliert: Die Schüler gehen als Jugendliche in das Planspiel hinein und kommen als Erwachsene wieder heraus.

Wenn Sie die Möglichkeit hätten als Schüler beim Deutschen Gründerpreis für Schüler teilzunehmen, welche Stärken würden Sie als Team-Mitglied einbringen?
Ich denke, ich kann ganz gut organisieren und auch ausgleichen. Außerdem habe ich durch mein Hobby – ich mache in meiner Freizeit hier in unserem Lokalsender Radiosendungen im Offenen Kanal – ganz gut frei sprechen gelernt und auch viele Kontakte knüpfen können. Das habe ich sicherlich in meiner Schulzeit noch nicht gemacht. Aber auch da war schon der Hang zum Theater und zum Radio vorhanden, so dass ich sicher bei der Präsentation der Idee vorn mit dabei gewesen wäre.  Ja, und Schreiben und Dichten hat mir auch schon immer Spaß gemacht. Beim Texten könnte ich mich also auch einbringen.

Einblicke in den Arbeitsalltag des geheimnisvollen Mister S

15. Mai 2009
So ist die Aussicht von meinem Arbeitsplatz

So ist die Aussicht von meinem Arbeitsplatz

Eigentlich bin ich gar nicht so geheimnisvoll, wie alle immer denken. Okay, ich habe einen Decknamen und ein offizielles Foto gibt es von mir auch nicht, aber meine Tage verlaufen ähnlich, wie bei vielen von euch. So wie ihr zur Schule geht, gehe ich täglich ins Büro (ja, ich habe einen echten Arbeitsplatz!). Zum Wachwerden brauche ich morgens erst einmal eine starke Tasse Kaffee und dann freue ich mich darauf, viele viele Anfragen von euch zu beantworten. Schließlich bin ich für die Teilnehmer so etwas wie eine „Erste Hilfe-Anlaufstelle“. Ich mag meine Arbeit – und das nicht nur wegen der netten Kollegen im Büro. Der Austausch mit den einzelnen Teams ist für mich immer wieder spannend und macht viel Spaß.

Besonders schön zu beobachten ist, wie toll sich einige Teams im Verlauf des Spiels entwickeln – auch wenn dem ein oder anderen anfangs etwas mulmig zumute ist, wie die folgende Äußerung eines Teams der diesjährigen Spielrunde zeigt:
„Die Vorstellung, auf dem Fundament verhältnismäßig geringer Erfahrung eine Unternehmung zu errichten, sorgte für manches Unbehagen. Doch rasch wich dieses tatgedrungener Entschlossenheit.“

Bei der Ideenfindung erweisen sich einige Teilnehmer als besonders kreativ:
„Nun war die Teambildung beendet und wir konnten uns zum Deutschen Gründerpreis anmelden. [...] Jedes Teammitglied lief bis zu diesem Termin mit offenen Augen durch den Alltag um herauszufinden, welche Probleme und Unannehmlichkeiten durch eine Geschäftsidee beseitigt werden könnten.“

„Wir fuhren durch Wälder mit Bäumen aller erdenklichen Farben, gerieten mit unserem gelben Auto in ein Gewitter, kamen lila wieder heraus und gelangten schließlich zu einer pfiffigen Promotionfirma … Von da an nahm alles seinen Lauf…“

Und hierauf beantworte ich all eure Anfragen

Und hierauf beantworte ich all eure Anfragen

Ihr könnt euch wahrscheinlich denken, dass ich während der Spielphase so einiges erlebe. Da gibt es täglich zahlreiche Mails, Telefonate, Anfragen und Forumseinträge mit großen und kleinen Problemen der Teams. Hochinteressant sind für mich dabei die Einblicke, die ich in eure Arbeiten erhalte. In diesem Jahr waren es besonders die Aufgaben sechs und sieben, die euch stark beschäftigt haben. Durch die Bearbeitung der beiden Aufgaben habt ihr euer Team und euer Unternehmen ganz schön in Form gebracht. Gar nicht so einfach, aber ihr habt es mit Sorgfalt und vollem Einsatz gelöst! Und damit auch ihr einmal einen kleinen Einblick in meinen geheimnisvollen Arbeitsalltag bekommt, stelle ich euch hier die schönsten Äußerungen im Zusammenhang mit den Aufgaben sechs und sieben vor:
Die Stärken und Schwächen innerhalb der Teams wurden gut herausgearbeitet. Bei der Länge der Teamberichte gab es allerdings große Unterschiede. Die einen waren kaum länger als fünf oder sechs Zeilen, andere umfassten über eine Seite. Hier der sicherlich kürzeste Teambericht der Spielrunde 2009: „Bisher geht unsere Arbeit etwas langsam voran, aber wir sind zuversichtlich, dass wir alles pünktlich schaffen“.

Bei der Beschreibung der einzelnen Mitglieder hat sich ein Team etwas ganz Besonderes einfallen lassen. In ihm befinden sich laut eigener Aussage ein „rationaler Tanzkönig“, eine „engagierte Optimistin“, ein „arbeitsmoralischer Künstler“, eine „mutige Visionärin“ und ein „Chefanheizer“.
In den meisten Fällen wurde im Zuge der Aufgabe sechs kein weiteres Mitglied integriert. Der am häufigsten genannte Grund war: „Das zusätzliche Mitglied würde eher stören.“
Na, wen hattet ihr denn bloß vor, einzustellen? ;-)
Ein Team war bei ihrem Worst- und Best-Case sehr optimistisch: Im besten Fall waren die Umsatzmöglichkeiten „unendlich“, im schlimmsten Fall waren es immer noch „einige hunderttausend Euro“. Das nenne ich mal Überzeugung!

Ihr alle seid voll bei der Sache und habt in der zehnten Spielrunde tolle Leistungen erbracht! Der rege Austausch mit euch hat mir wie immer sehr viel Spaß gemacht. Nun bleibt mir nur noch eines: Euch viel Erfolg zu wünschen – auch bei den Juroren!
Euer Mister S!

„Stellt Euch den Diskussionen!“ – Ein Sieger der ersten Stunde gibt Tipps

01. April 2009
Immo Landwerth gewann mit seinem Team "Interprise" im Jahr 2000

Immo Landwerth gewann mit seinem Team "Interprise" im Jahr 2000

Immo Landwerth war ein Sieger der ersten Stunde: Mit seinem Team „Interprise“ hat er im Jahr 2000 beim Deutschen Gründerpreis für Schüler gewonnen. Mittlerweile studiert der 27-Jährige an der Technischen Universität München Diplom-Informatik und arbeitet nebenbei bei einer Software Firma.

Immo, wenn Du an den Wettbewerb zurückdenkst – was fällt Dir als Erstes ein?
An unsere Siegerehrung in Hamburg mit Miriam Pielhau. Mein Team und ich hatten vor Ort eine ganze Menge Spaß.

Wieso hast Du am Deutschen Gründerpreis für Schüler teilgenommen?
Ich arbeite seit meinem 16. Lebensjahr als Software-Entwickler. Die Programmierung hat mich aber bereits interessiert, seit ich mit elf Jahren meinen ersten Computer geschenkt bekommen habe. Als Programmierer angestellt zu sein, war das Beste, was ich mir seiner Zeit vorstellen konnte. Von mir stammt auch der in meinem Freundeskreis berüchtigte Satz „Wozu Abi, ich hab doch schon nen Job!“. Bedingt durch die ganzen Erfolgsgeschichten aus dem IT-Bereich hat mich die Selbstständigkeit aber doch auch immer irgendwie fasziniert. Ich nehme an, diese Faszination – plus ein Quäntchen Neugier – haben letztlich dazu geführt bei diesem Wettbewerb teilzunehmen.

Was war Eure Geschäftsidee?
Um das Jahr 2000 boomte das Konzept der Talkshows. Neue Sendungen schossen wie Pilze aus dem Boden. Daraus entwickelten wird die Idee eines Ticketverkaufs für Talkshows. Das Besondere dabei war, dass wir unter Tickets nicht nur Zuschauertickets verstanden („Tickets vom Fernsehen“), sondern eben auch Plätze als Gäste in der Show („Tickets fürs Fernsehen“). Dadurch entstand ein rundes Geschäftsmodell für unser Unternehmen „Interprise“, bestehend aus den beiden Produkten „Interticket“ und „Intercast“. Beide sollten online über unsere Webseite bestellbar sein.

Im Rückblick verklärt man gerne auch mal Erlebnisse. Fällt Dir noch eine Situation ein, in der es absolut nicht rund gelaufen ist?
Um ehrlich zu sein habe ich mir für unser Team am Anfang keine besonders hohen Erfolgschancen ausgerechnet. Ein Teil von uns war skeptisch, ob die Idee an sich überhaupt funktionieren könnte. Daher gab es fast den gesamten Wettbewerb hindurch heftige Diskussionen zu diesem Thema. Viele Besprechungen, wie denn eine bestimmte Aufgabe zu lösen sei, endeten mit der Fragestellung, ob die Geschäftsidee an sich überhaupt realistisch sei. Nach einem Gespräch mit einem potenziellen Konkurrenten und zwei Mitarbeitern von Endemol hat sich jedoch herauskristallisiert, dass unsere Idee durchaus Potenzial hat. Dieses Gespräch räumte viele Zweifel aus, aber es wurden auch ein paar neue geschaffen. Auf jeden Fall hat es bei mir jedoch den Eindruck hinterlassen, dass wir auch schwierige Probleme lösen können. Das gab mir deutlich mehr Vertrauen zu unserer Idee – vor allem aber zu unserem Team.

So sehen Sieger aus: Das Team "Interprise" aus dem Jahr 2000

So sehen Sieger aus: Das Team "Interprise" aus dem Jahr 2000

Auch die aktuellen Teilnehmer dürften solche Erlebnisse haben. Was rätst Du ihnen?
Auf keinen Fall mit Zweifeln hinter dem Berg halten. Wenn man skeptisch ist, ob etwas funktionieren kann, sollte man im Team darüber sprechen. Der ganze Wettbewerb dient genau einem Zweck: Finde einen Weg, aus einer schwammigen Idee einen konkreten Businessplan zu erstellen. Dabei geht es vor allem um Überzeugungsarbeit. Zunächst einmal muss man sich selbst überzeugen, im Laufe der Zeit aber noch viele andere Personen, wie zum Beispiel potenzielle Mitarbeiter, Partner, Risikokapitalgeber und im Wettbewerb natürlich vor allem die Jury. Es ist also nicht unwahrscheinlich, dass die kritischen Fragen der Teamkollegen auch von Außenstehenden gestellt werden. Darüber zu sprechen und gemeinsam Antworten für die Probleme zu finden und zu entwickeln, ist meiner Meinung nach die beste Vorbereitung für solche Verhandlungen. Das Gegenteil triff natürlich genauso zu: Wenn das Team intern schon nicht mit kritischen Fragen umgehen kann, wird es auf lange Sicht keinen Erfolg haben. Außerdem hat schon Goethe gesagt: „Was nicht umstritten ist, ist auch nicht sonderlich interessant“. Daher mein Rat: Stellt Euch den Diskussionen!

Du studierst an der Technischen Universität München und arbeitest nebenher als Software Engineer. Wolltest Du das schon immer machen?
Nach meinem Abitur habe ich meinen Wehrdienst geleistet. Danach bin ich nach München gezogen, um dort an der Technischen Universität Diplominformatik zu studieren. Seit 2004 arbeite ich neben meinem Studium als Software Engineer bei einer kleinen, aber weltweit operierenden Softwarefirma, die sich auf Microsoft Project und SAP Integration spezialisiert hat. Darüber hinaus bin ich Microsoft Expert Student Partner, in dessen Rolle ich Fachvorträge und Workshops über Microsoft Technologien vor interessierten Studenten halte. Da ich bereits während meiner Schulzeit als Programmierer gearbeitet habe, komme ich trotz meines Alters somit auf bereits über elf Jahre Berufserfahrung.

Und wie geht es weiter?
Eventuell werde ich 2010 in die Vereinigten Staaten ziehen, um dort für Microsoft zu arbeiten. Aber das steht noch in den Sternen. Zunächst einmal werde ich im Herbst diesen Jahres ein dreimonatiges Praktikum bei Microsoft in den USA absolvieren und danach meine Diplomarbeit schreiben. Es wäre sicherlich übertrieben zu behaupten, dass ich mich seit jeher als Software Entwickler „berufen“ gefühlt habe. Aber ich fand das Berufsfeld eben recht früh sehr interessant.

Was hast Du beim Deutschen Gründerpreis für Schüler gelernt, was Dir immer noch nützt?
Diese Frage ist sehr schwer zu beantworten. Wäre ich heute ein anderer Mensch? Hätte ich manche Entscheidungen anders gefällt? Möglicherweise ja, möglicherweise nein. Der Wettbewerb hat auf jeden Fall viel Spaß gemacht und einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Wenn ich aber etwas Konkretes benennen müsste, wäre es die Erkenntnis, dass Uneinigkeit im Team nicht zwingend schädlich ist. Ganz im Gegenteil: Sie kann sehr förderlich sein. Aber natürlich nur, wenn man sie über ausführliche und ehrlich geführte Diskussionen adressiert.

Hast Du noch Kontakt zu den anderen Teammitgliedern?
Da ich nach meinem Abitur nach München gezogen bin, ist der Kontakt ziemlich eingeschlafen. Natürlich gibt es hin und wieder Kontakt über E-Mail, aber dennoch habe ich den Großteil des Teams seit etlichen Jahren nicht mehr gesehen.

Du wirst auch bei der Bundessiegerehrung dabei sein. Worauf freust Du Dich da am meisten?
Auf das Treffen mit meinen Teamkollegen. Wir haben uns schon geeinigt, dass wir in dem gleichen Lokal anstoßen werden, in dem wir schon damals nach der Siegerehrung im Jahr 2000 gefeiert haben. Das wird ein echter Spaß!

Ihr könnt noch ein paar gute Tipps von Immo Landwerth gebrauchen? Dann nix wie ran an die Kommentarfunktion und her mit euren Fragen.

„Kreativität und Begeisterung wirken ansteckend“ – Staatssekretär Andreas Storm im Interview

27. März 2009
Andreas Storm - Parlamentarischer Staatssekretär

Andreas Storm - Parlamentarischer Staatssekretär und Coach beim Deutschen Gründerpreis für Schüler

An der Dieburger Alfred-Delp-Schule nehmen 24 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 beim Deutschen Gründerpreis für Schüler Teil. Die Unternehmensgründer haben prominente Unterstützung: Andreas Storm, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, steht ihnen zur Seite. Wir haben mit dem 44-jährigen CDU-Bundestagsabgeordneten über sein Engagement gesprochen.

Wieso engagieren Sie sich beim Deutschen Gründerpreis für Schüler?
Der Wettbewerb fördert auf spannende Weise das Verständnis der Schülerinnen und Schüler für wirtschaftliche Zusammenhänge. Er ist damit ein hervorragender Beitrag zur Berufs- und Studienorientierung der Jugendlichen.
Wie oft hatten Sie mit den Schülern schon Kontakt?
Ich hatte bei einem Besuch in der Alfred-Delp-Schule die Gelegenheit zum ausführlichen gegenseitigen Kennenlernen. Dabei wurden auch die Projekte vorgestellt. Nun verfolge ich die Zwischenergebnisse im Internet und stehe selbst auch bei Fragen zur Verfügung. Nach Ostern ist eine weitere Besprechung in der Schule vorgesehen.
Wie können Sie die Teams konkret unterstützen?
Insbesondere bei konzeptionellen Überlegungen stehe ich mit Ratschlägen zur Verfügung.
Was hat Sie an den Projekten am meisten beeindruckt?
Die große Kreativität und Begeisterung wirken ansteckend. Dazu trägt auch die motivierende Begleitung des Lehrers wesentlich bei.
Und wo haben Sie noch Verbesserungsbedarf erkannt?
Manche Projektidee muss noch etwas stringenter durchdacht werden.
Wieso sind Wettbewerbe wie der Deutsche Gründerpreis für Schüler so wichtig?
Solche Wettbewerbe geben den Schülerinnen und Schülern eine hervorragende Möglichkeit, auf kreative Weise ökonomische Zusammenhänge zu lernen und wesentliche Impulse für die eigene Lebensplanung zu bekommen. Das ist gerade in einer Zeit wirtschaftlicher Unsicherheit überaus wichtig. Deshalb liegt mir die Unterstützung dieser Aktion besonders am Herzen.

Unterstützung durch einen Vollprofi

22. März 2009
Team Freelectric

Team Freelectric

Gestern haben wir mit euch ja bereits einen Ausflug in den nordrhein-westfälischen Kreis Minden-Lübbecke gemacht. Heute wollen wir uns dort nochmals umschauen – und euch das Team Freelectric vorstellen, welches aus fünf Jungs besteht: Alexander und Andreas Heßler (17), Andreas Husemeyer (18), Benedikt Olek (18) und Tobias Kleffmann (18).

Ihre Geschäftsidee: kabellose Stromübertragung, beruhend auf der Witricity-Technologie. „Das Prinzip ist simpel“, erklärt Tobias, „eine Sendeeinheit ist am Netzstrom angeschlossen und versorgt eine Empfangseinheit mit Strom.“ Diese Empfangseinheiten seien beispielsweise in Handys oder Herzschrittmacher integriert, um die Akkus dieser Geräte kabellos aufzuladen. Die Stromversorgung der Empfangsgeräte ist in einem Umkreis von etwa vier Metern möglich. Auch bei der Stromversorgung von Notebooks oder Haarföhnen könnte die Technologie zum Einsatz kommen.

Alle fünf Teammitglieder besuchen die Jahrgangsstufe 12 des Wittekind Gymnasiums in Lübbecke, einer beschaulichen Kleinstadt mit etwa 30000 Einwohnern am Rande des Wiehengebirges. Das Team hat in einer leicht veränderten Zusammensetzung schon mal beim Deutschen Gründerpreis für Schüler teilgenommen. „Da wir letztes Jahr aber erst zwei Tage vor Anmeldeschluss vom Wettbewerb erfahren haben, konnten wir uns nur noch sehr kurzfristig anmelden“, erinnert sich Tobias. Dann sei alles Knall auf Fall gegangen. Daraus habe man gelernt: „Dieses Jahr möchten wir uns die Arbeit durch bessere Planung und Organisation erleichtern.“

Eine große Hilfe für das Team ist der Betreuer. Die fünf Jungs werden von keinem Lehrer unterstützt, sondern vom Vater eines Teammitglieds – dem Geschäftsführer einer erfolgreichen Unternehmensberatung. „Bedingt durch die familiäre Anbindung an ein Teammitglied ist unser Coach fast immer sehr schnell erreichbar“, erklärt Tobias. Da er in seinem Job natürlich sehr eingespannt sei, müssten Termine dennoch sehr langfristig geplant werden. „Doch auch diese Herausforderung können wir dank moderner Terminverwaltung und Telekommunikation gut meistern“, berichtet Tobias. Und wie alle teilnehmenden Teams aus Minden-Lübbecke können die fünf Jungs auch auf die Unterstützung durch Frank Rehorst von der Sparkasse zählen – den sie „den guten Geist des Spiels“ nennen.